Objekt des Monats - September 2021

Messier 25 im Schützen



Messier 25

Der offene Sternhaufen Messier 25 im Sternbild Schütze
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Der offene Sternhaufen Messier 25 (IC 4725) im Sternbild Schütze (Sagittarius) wurde um das Jahr 1745 von dem Schweizer Astronomen Philippe Loys de Chéseaux beschrieben. Am 20. Juni 1764 wurde der Sternhaufen von dem französischen Astronomen Charles Messier unabhängig entdeckt und in seine Liste der nebelhaften Objekte aufgenommen. Er beschrieb ihn als Haufen kleiner Sterne ohne Nebel. Obwohl der Sternhaufen bereits mit einem Opernglas aufgelöst werden kann, hat ihn der britische Astronom John Herschel, aus unbekannten Gründen, nicht in seinen Generalkatalog der Sternhaufen und Nebel aufgenommen. Der Sternhaufen wurde aber 1777 von Johann Elert Bode, 1783 von Wilhelm Herschel und 1836 von Admiral Smith beobachtet und beschrieben. M 25 hat deshalb seit dem Jahr 1908 nur eine IC-Nummer des zweiten Index-Katalogs von J.L.E. Dreyer.

Messier 25 befindet sich westlich des Zentrums unserer Milchstraße, das von Dunkelwolken verdeckt wird, zwischen dem Orion-Cygnus-Arm und dem Carina-Sagittarius Arm, knapp 150 Lichtjahre unterhalb der galaktischen Ebene. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 4,6 mag, kann der Sternhaufen bereits mit dem bloßen Auge aufgefunden werden. Die interstellare Absorption beträgt in dieser Himmelsrichtung 1,62 mag, so dass M 25 uns noch viel heller erscheinen würde. Der scheinbare Durchmesser des Haufens beträgt 32 Bogensekunden und seine Entfernung 2.200 Lichtjahre, was auf die Entfernung gerechnet knapp 19 Lichtjahren entspricht. Mit einem Alter von 68 Millionen Jahren, ist der Sternhaufen deutlich jünger als die Plejaden (Messier 45) im Sternbild Stier und enthält rund 30.000 Sonnenmassen. Ein veränderlicher Stern mit der Bezeichnung U Sagittarii ist Mitglied des Sternhaufens und befindet sich nahe des Zentrums. Er ist ein Veränderlicher vom Typ Delta Cephei, dessen Helligkeit zwischen 6,3 und 7,1 mag, mit einer Periode von 6,74 Tagen, schwankt. Gleichzeitig ist er auch ein Doppelstern, dessen zweite Komponente eine scheinbare Helligkeit von 9,6 mag und einem Abstand von 66,5 Bogensekunden zum Hauptstern aufweist. Übrigens sind Cepheiden sehr selten in offenen Sternhaufen anzutreffen. Insgesamt enthält M 25 ca. 86 Mitglieder heller als 12. Größenklasse, wobei zwei G-Riesen ebenfalls zum Sternhaufen gehören. Die beiden auffälligen M-Riesen, die bereits in Ferngläsern erkennbar sind, gehören nicht zu M 25.

Messier 25 ist unter einem dunklen Landhimmel bereits mit dem bloßen Auge als verschwommener Lichtfleck inmitten der südlichen Milchstraße zu sehen. Leider erreicht der offene Sternhaufen, von unseren Breiten aus gesehen, nur eine geringe Höhe über dem Südhorizont. Der Sternhaufen ist im 10x50 Feldstecher in 15 bis 20 Sterne der 7. bis 10. Größenklasse aufgelöst. Mit einem 2 bis 3 Zoll Refraktor ist M 25 schon recht auffällig. Es zeigen sich rund 30 Einzelsterne, als eine locker definierte und unregelmäßige Gruppe aus weißen Sternen. Die meiste helleren Sterne konzentrieren sich in Ost-West-Richtung. Zwei gebogene Sternenkette ziehen östlich und westlich durch den zentralen Teil des Haufens. Mit noch größeren Fernrohren von 8 bis 10 Zoll und höherer Vergrößerung verliert sich langsam der Haufencharakter, so dass man M 25 am besten in einem Weitwinkelokular beobachtet. Bei niedriger Vergrößerung zeigt M 25 nun rund 60 Mitglieder unterschiedlicher Farbe, die sich auf ein Gebiet von der scheinbaren Größe des Vollmondes verteilen. Eine ausgedehntes längliches Gebiet, mit schwächerer Sternkonzentration, ist im nördlichen Teil des Haufens auffällig.

Der Sternhaufen befindet sich 3,5 Grad westlich der Kleinen Sagittariuswolke (Messier 24) und knapp 6,5 Grad nördlich des Tekannen-Asterismus des Sternbild Schütze. Um M 25 zu finden, verbinden wir die Strecke zwischen Kaus Borealis (Lambda Sagittarii, 2,8 mag) und Gamma Scuti (4,7 mag). Der Sternhaufen befindet sich auf ungefähr die Hälfte und ein Grad westlich der Verbindungslinie zwischen diesen beiden Sternen.

Messier 25 ist am besten von südlichen und äquatornahen Gegenden der Erde aus zu beobachten. In Namibia steht der Sternhaufen Anfang Juni im Zenit. Von Mitteleuropa aus ist die beste Zeit die Sommermonate, wenn das Sternbild Schützte über dem Südhorizont kulminiert. Anfang September steht M 25 gegen 21 Uhr Sommerzeit im Süden, in einer Höhe von 19 Grad über dem Südhorizont.



Map

Aufsuchkarte für Messier 25 im Schützen (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (164 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 25 / IC 4725 / OCL 38 / ESO 591-SC6
Objekttyp: Offener Sternhaufen (Open Cluster)
Sternbild: Schütze(Sagittarius, Sgr)
RA (J2000.0): 18h 31m 46.7s
Dec (J2000.0): -19° 06' 54"
V Helligkeit: 4.6
Flächenhelligkeit: 12.0
Größe: 26.0'
Klassifikation: I 2 p
Anzahl der Sterne: 30
Hellster Stern: 6.7
Entfernung: 2.200 Lj

Beschreibung: Cl,pC
Notizen: Contains U Sgr;Stars mags 6...10

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